1300 qm oder 800 qm oder doch noch warten

 Mit Freude habe ich diesen Artikel

CDU und Linke wollen auf dem Grundstück an der Taruper Hauptstraße 2-4 Planungsrecht für einen 1300 Quadratmeter großen Discounter schaffen. 

in der heutigen shz gelesen. Ich fing schon wieder an, an die Politik zu glauben, an Herrn Rüstemeier zu glauben.

Dann habe ich heute Nachmittag den Liveblog der shz aus der Planungsausschußsitzung verfolgt. Ich hab ihn kopiert und lesen Sie selbst:

26. März 2019 16:00
Wir melden uns live aus dem Planungsausschuss im Technischen Rathaus. Die Kommunalpolitiker beschäftigen sich gleich mit der Nahversorgung in Tarup. CDU und Linke wollen auf dem Grundstück an der Taruper Hauptstraße 2-4 Planungsrecht für einen 1300 Quadratmeter großen Discounter schaffen. Auch von FDP und WiF liegen ähnlich lautende Anträge vor.

26. März 2019 16:20
Die Debatte um einen neuen Nahversorger in Tarup hat begonnen. „Die Ansiedlung des kleinteiligen Lebensmittelmarkts ist vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Angebotsverbesserung an der Taruper Hauptstraße zu befürworten“, sagt Jonas Römer von der Stadt Flensburg. 
Jedoch sei nur ein Lebensmittelmarkt mit einer maximalen Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern vereinbar mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt Flensburg. CDU, Linke, WiF und FDP fordern bis zu 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche für den Discounter.

26. März 2019 16:54
Frank Hamann (Die Linke): „Seit vielen Jahren versucht man vergeblich, jemanden für 800 Quadratmeter Verkaufsfläche zu finden. Wir fänden es verheerend, wenn wir uns auf eine Flächengröße festlegen, für die wir jahrelang niemanden gefunden haben.“
Hubert Ambrosius (WiF): „Wir verstehen nicht, warum sich die Verwaltung seit Jahren mit Händen und Füßen gegen einen Nahversorger in Tarup wehrt. Es ist schade, dass sie so viel Geld in die Hand nimmt, um einen Nahversorger zu verhindern.“
Kurt Neumann (CDU): „Sie (Anm. der Red.: Die Verwaltung) werden keinen Erfolg haben, einen Nahversorger mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche zu finden.“
Axel Kohrt (SPD): „Wir glauben an das Einzelhandelskonzept der Stadt Flensburg. Wenn es noch einen Interessenten für 800 Quadratmeter Verkaufsfläche gibt, sollten wir heute keine Entscheidung für eine Verkaufsfläche von 1300 Quadratmeter fällen. Ziehen Sie Ihre Anträge für wenigstens vier Wochen zurück.“

(Anmerkung von mir: Diese Taktik verfolgt Herr Kohrt seit Jahren, bisher mit seinem Helfer Herr Dr. Schroeders, der ist nun weg. )

26. März 2019 17:07
Stefan Thomsen (Grüne): „Ich kann nicht verstehen, warum in dieser Phase vier Fraktionen 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche fordern. Wenn die 1300 Quadratmeter erstmal stehen, baut niemand mehr auf 1250 Quadratmeter.“
Justus Klebe (SPD): „800 Quadratmeter sind kein Tante-Emma-Laden. Interessenten müssen sich den Vorgaben der Stadt anpassen.“

26. März 2019 17:25
Die Entscheidung ist gefallen: Der Planungsausschuss wird sich am 7. Mai erneut mit einem Nahversorger für Tarup beschäftigen. Alle vier Fraktionen (CDU, Linke, FDP und WiF) haben ihre Anträge zurückgezogen. In den kommenden sechs Wochen soll der Verwaltung Zeit gegeben werden, um einen Nahversorger mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern zu finden. Außerdem wollen sich die Fraktionen über einen möglichen gemeinsamen Antrag verständigen.

Das 9. Jahr ohne Nahversorgung in Tarup hat gerade begonnen, was macht da ein Monat.

Wie es überhaupt zu einem Tarup ohne Supermarkt gekommen ist, lesen Sie hier.




Protokoll vom Stammtisch am 05.02.2019

Zum Treffen konnten wir 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen.

Zusätzlich waren im Vorfeld zwei Vertreter der CDU-Ratsfraktion eingeladen worden, die sich dazu bereiterklärt hatten, zum Sachstand in Bezug auf die Ansiedelung eines Nahversorgers auf dem Grundstück neben der Grundschule Adelby sowie zur Position der CDU-Ratsfraktion darzustellen.

Hintergrund dazu war die Anfrage des Forum Tarup e.V. an alle Ratsfraktionen zum Sachstand und der jeweiligen Position der Fraktionen zu oben genanntem Thema.

Zunächst wurden Herr Schmidt-Skipiol und Herr Neumann begrüßt und kurz vorgestellt. Anschließend wurde ihnen das Wort erteilt.

Herr Neumann, bürgerliches Mitglied der CDU-Ratsfraktion, gab einen chronologischen Rückblick auf die letzten 10 Jahre und die Hintergründe und Entwicklung in der Kausa „Nahversorgung für Tarup“.

Er ging dabei auch auf die verschiedenen Denkmodelle und Ansätze ein, die im Laufe der Zeit diskutiert und wieder verworfen wurden. Seine Ausführungen setzte er dabei in den Kontext zum „Einzelhandelskonzept“ der Stadt Flensburg, dass viele Steine in die Wege gelegt hat.

(Forum Tarup e.V. erinnert an dieser Stelle mit einem Zitat aus dem Konzept von 2011: „Für den Stadtteil Tarup bestehen zwei Entwicklungsoptionen, von denen nur jeweils eine tragfähig ist. Eine Reaktivierung des alten Edeka-Standortes in Tarup zur Ansiedlung eines Nahversorgers mit Einzelhandel- und anderen Dienstleistungsangeboten, ggf. auch mit Änderung bzw. Schaffung von Planrecht, wird priorisiert, um die wohnortnahe Grundversorgung zu sichern. Das Konzept einer Shop-in-Shop – Lösung hat dabei erste Priorität. Damit wird die Schaffung weiterer Standorte im Bereich Tarup nachrangig verfolgt. Erst wenn sich dieser Standort nicht mehr reaktivieren lässt, kommt die Entwicklung eines Lebensmittelmarktes oder eines Discounters in Tarup in Betracht. Infrage kommende Standorte sollen fußläufig erreichbar sein.“ Mit dem Bau des Einkaufszentrums an der Hochfelder Landstraße ist damit eigentlich aus Sicht der Verwaltung die Nahversorgung für Tarup sichergestellt.)

Herr Neumann stellte im Weiteren heraus, dass sich die Position der CDU zu einem Nahversorger in Tarup verändert habe. Nicht zuletzt die Bürgerversammlung in der Kirche im vergangenen Frühjahr und das damit verbundene Abstimmungsergebnis haben dazu beigetragen. Habe sich dort doch der Bürgerwille deutlich gezeigt.

Anschließend übergab Herr Neumann an Herrn Schmidt-Skipiol, der stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Ratsfraktion und Mitglied im Planungsausschuss (SUPA) der Stadt Flensburg ist.

Herr Schmidt-Skipiol nahm die Bewertung der Situation aus politischer Sicht vor. Er ging dabei auch auf die letzte Sitzung des SUPA ein, bei der ein weiteres Gutachten zu einem möglichen Nahversorger auf dem Grundstück neben der Grundschule Adelby vorgestellt wurde.

Er teilte die Ansicht des Forum Tarup, dass die Verwaltung immer neue Argumente „aus dem Hut zieht“, wenn es um die Planung zu diesem Versorger geht. Neben der Nähe zur Grundschule und möglicher Gefährdung der Schülerinnen und Schüler durch den Lieferverkehr wurde von Seiten der Verwaltung zuletzt auch der Hochwasserschutz im Zuge der Adelbybek herangezogen.

Fakt sei, dass bereits nach dem letzten Hochwasser in dem Bereich (2015) durch den Wasser- und Bodenverband die Schaffung eines Regenrückhaltebeckens / einer Überflutungsfläche im Oberlauf der Bek empfohlen wurde. An dieser Stelle erfolgt eine Wortmeldung eines Teilnehmers, der an eben dieser Stelle direkt an der Bek wohnt und dies bestätigt.

Im weiteren Verlauf führte Herr Schmidt-Skipiol aus, dass mittlerweile innerhalb der CDU grundsätzliche Zustimmung zum einem Nahversorger auf dem Kirchengrundstück herrscht, jedoch die Größe der Verkaufsfläche diskutiert wird. Er sagte die Unterstützung der Fraktion zu, wies aber darauf hin, dass die Verwaltung sich auf das oben zitierte Einzelhandelskonzept zurückziehe.

Nach den Ausführungen Herrn Schmidt-Skipiols wurde die Fragerunde eröffnet und viele Fragen wurden an die Beiden gestellt. Unter anderem auch die Frage danach, warum die CDU erst so spät umschwenkt und sich vorher dem Wunsch der Taruperinnen und Tarupern verschlossen hat. So wurden die durch das Forum Tarup e.V. gesammelten 700 Unterschriften genannt, die man an alle Fraktionen gesendet hat, um dem Bürgerwillen Ausdruck zu verleihen, nachdem der Einzelhändler an der Taruper Hauptstraße/Norderlück geschlossen hatte. Berechtigt wurde darauf hingewiesen, dass nahezu 10 Jahre nichts passiert sei und mit dem Bau des Einkaufszentrums an der Hochfelder Landstraße Fakten geschaffen worden seien, die den lebensälteren Bürgerinnen und Bürgern Tarups nichts nutzen, da sie fußläufig nicht erreichbar sind.

Hier wies Herr Schmidt-Skipiol darauf hin, dass die Möglichkeit, die sich durch das Verkaufsangebot der Kirchengemeinde ergibt, auch neue Handlungsoptionen geschaffen hat.

Eine weitere Frage ergab sich in Bezug auf die Verträglichkeit von Nahversorger und Adelbyer Grundschule. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass es ggf. erforderlich sei die Schule zu erweitern. Dies ergebe sich aus wachsenden Schülerzahlen, die sich in den neuen Wohnquartiere begründen. Dazu wird angemerkt, dass der Chefplaner der Stadt noch in 2016/2017 klar geäußert hat, eine Schulerweiterung sei nicht notwendig und auch nicht geplant. Sollte hier jedoch jetzt ein plötzlicher und in 2017 noch nicht vorhersehbarer Bedarf entstehen, kann die Planung sicherlich auch auf städtischem Grund und Boden im Zuge der Ringstraße erfolgen, sodass Kirchengrund nicht in Betracht gezogen werden muss.

Die Frage nach der Sicherheit des Schulweges, darüber war man sich einig, kann baulich bei der Planung gelöst werden. Hier bietet sich die Verlagerung des Weges in den hinteren Bereich des in Frage kommenden Grundstückes an.

Abschließend wurde Herrn Neumann und Herrn Schmidt-Skipiol für Ihre Bereitschaft gedankt, sich dem Forum Tarup für die Fragen zur Verfügung zu stellen. Es wurde jedoch auch deutlich gemacht, dass das Vertrauen in die politischen Entscheider, das durch eine lange Phase der „Bürgerferne“ erst langsam wieder zurückgewonnen werden muss.

Es folgt ein Hinweis in eigener Sache: Am 31.08.2019 veranstalten  das Forum Tarup und die Freiwillige Feuerwehr Tarup ein Sommerfest. Das nächste Treffen zur Vorbereitung findet am 19.02.2019 um 19:00 Uhr im Feuerwehrgerätehaus statt.

Um 21:00 Uhr wurde das Treffen beendet.




Offener Brief der Kirchengemeinde Adelby

Zum Thema Nahversorgung in Tarup ist es dem Kirchengemeinderat wichtig, seine Postion noch einmal deutlich zu machen, bevor die Ratsversammlung einen Beschluss fasst.

Daher wurde ein offener Brief an die Stadtverwaltung und die Ratsfraktionen verfasst.

Hier geht es zu dem offenen Brief.




Bleibt der Wunsch der Taruper Nahversorgung ein Traum?

Im Supa Ausschuss vom 2.5.2018 hat Herr Dr. Peter Schroeders ausführlich dargelegt, warum es keinen 1300qm Nahversorger in Tarup auf besagtem Kirchengrundstück geben kann und wird.

Ausser der WiF (Ratsherr Hubert Ambrius) haben alle Ausschussmitglieder dieser Mitteilungvorlage zugestimmt. Herr Ambrosius hatte darum gebeten die Größe des möglichen Nahversorgers mit 1300qm Verkaufsfläche in die Mitteilungsvorlage aufzunehmen. Das lehnte der Ausschussvorsitzende, Herr Kohrt von der SPD, ab. Er äußerte; „Ist mir egal ob die WiF dem zustimmt.“ Offensichtlich ist ihm auch egal was seine SPD Mitglieder darüber denken und sagen. Herr Porath von der SPD hatte in der Veranstaltung der Kirchengemeinde 100% Zustimmung der SPD signalisiert. Das wusste übrigens auch der SPD Vorsitzende Herr Trost, am 1.Mai aber zog er diese Zusage einfach zurück. So ist das in der SPD mit dem Hören auf die Basis. Da hätte unsere OB doch noch einiges zu tun und das direkt in Flensburg.

Es ist sicher nicht die SPD als Partei, es sind die Menschen, die sich mit ihren Eigeninteressen in dieser Organisation verstecken und Macht gegen die Bürgerinteressen ausüben. Da hilft nur eins, am 6.5. abwählen. Wir brauchen keine Erfüllungsgehilfen des Herrn Schroeders oder umgekehrt?

Zum nachlesen „   Mitteilungsvorlage

Die Ergänzung der CDU, welche im Nachhinein veröffentlicht wurde. Wenn wir dieser Ergänzung entnehmen können, dass auf besagtem Grundstück ein Discounter mit 1300qm Verkaufsfläche angesiedelt werden kann, dann stimmen wir dem zu. Wenn der Verfahrensvorschlag aber erst im November vorgelegt wird und die vorgeschlagenen Verfahren dann noch mal ein Jahr dauern, dann erleben wir halt das 10jährige Nahversorgungslose Jubiläum in Tarup.

Der Verwaltung und den ablehnenden Ratsherren stehen nun wieder alle Wege offen den Bürgerwillen zu ignorieren oder zu verhindern.

Ich hoffe, dass nun hoffentlich jeder erkannt hat, wen er wählen muss, will er in Tarup noch mal fussläufig einkaufen gehen.

Übrigens, bezüglich der möglichen Verkehrszunahme im Falle es kommt der Discounter, muss man bedenken dass die Alttaruper dann wohl mit dem Auto nach Hochfeld fahren um dort einzukaufen. 3 mal kann man raten, wo die wohl langfahren.




Nahversorgung Taruper Hauptstr.

(Das Titelbild stammt von Lidl und zeigt eine Standard Filiale. Für Tarup gibt es eine besondere Planung)

 

Am 24.4.2018 hat die Bügerversammlung zur Nahversorgung in der Kirche Adelby stattgefunden. Unser ganz besonderer Dank gebührt Herrn Pastor Thielko Stadtland, der in seiner besonnenen Art die Veranstaltung souverän geführt hat.
Viele Voten haben deutlich gemacht, dass die Ansiedlung eines kleineren Marktes mit 800 qm Verkaufsfläche keine Chance auf Umsetzung hat. Dies hat seit 8 Jahren nicht funktioniert.
Am Ende wurde zwischen zwei Varianten votiert.

100 Menschen haben für eine Nahversorgung durch einen großen Nahversorger (Lidl) mit 1.300 qm Verkaufsfläche votiert. Ich glaube wir können hier getrost unsere 700 Unterschriften von 2016 dazufügen.

9 Menschen haben dafür gestimmt dies nicht zu tun.

8 Menschen haben sich enthalten.

Es gab ausserdem eine Aussage eines SPD Mitglieds, dass die SPD das Projekt 100%tig unterstützt, mal sehen wie die Ausschuss- und Ratsmitglieder votieren. In userer Facebook Seite gibt es die Aussage von Herrn Stadtland:

Herr Rüstemeier und ich haben nun telefoniert und Unklarheiten ausgeräumt. Ich freue mich auf einem gemeinsamen, konstruktiven Weg mit Verwaltung und Rat.”

Das lässt uns hoffen. Wir haben nun gebeten, dass wir über diesen gemeinsamen, konstruktiven Weg über die Kommentare zu diesem Beitrag auf dem Laufenden gehalten werden.

Selbstverständlich kann jeder interessante Entwicklungen des Projektes hier kommentieren. Die Wiederholung der alten Pros und Cons sollten jedoch evrmieden werden, denn wir haben uns nun mal entschieden.




Weiche – wir in Tarup kennen das seit 8 Jahren.

Das muss ein Virus Problem sein, das wohl Peter Schroeders heist. In Tarup haben wir dieses Virus Problem und es ist resistent, denn die Immunsystem Politik greift ihn es überwiegend nicht an. Lesen Sie im Flensburger Tageblatt

https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/weiche-waechst-aber-wo-gehen-die-weicher-einkaufen-id17902496.html




Ergebnis unserer Anfrage

Am 6.1.2017 erhielten wir von der Koordinierungsstelle EinwohnerInnenbeteiligung den
Bericht zur Beantwortung der Fragen des Forums zur Nahversorgung in Tarup

Hintergrund
Das Forum Tarup trug im Oktober 2016 folgende Fragenliste zur Nahversorgung an die Koordinierungsstelle für EinwohnerInnenbeteiligung heran. Bis Mai des Jahres 2016 hat das Forum Tarup ca. 700 Unterschriften zum Thema Nahversorgung gesammelt, die die Bedeutung des Themas für die Bewohner Tarups verdeutlichen. Daher wurde ein Gespräch zwischen Verwaltung und dem Forum geführt. Bei diesem Gespräch konnten nicht alle Fragen geklärt werden. Deswegen wurde vereinbart, dass die Stadtverwaltung prüft, ob eine allgemeine Analyse der Nahversorgung in Tarup helfen kann, die Fragen abschließend zu beantworten. Die weitere Recherche zum Thema ergab, dass der Fragenkatalog auf Basis vorliegender Erkenntnisse beantwortet werden kann. Die Fragen und Antworten finden Sie daher im Folgenden aufgeführt.
Fragenkatalog Forum Tarup

  1. Seit wann gibt es welche Planungen für die Nahversorgung in Tarup?
    • Oktober 2000: Auf dem Grundstück Taruper Hauptstraße 60 sollten zwei Geschäfte mit je 700 m2 Verkaufsfläche entstehen, um den bestehenden Einzelhandels wegen der geplanten zusätzlichen Wohneinheiten im Stadtteil zu stärken. Es gab einen Aufstellungsbeschluss den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Taruper Hauptstraße 60 mit Änderung des Flächennutzungsplans (Bürgerversammlung im Oktober 2000, Auslegung Juni / Juli 2001).
    • Dezember 2002: Wegen Insolvenz des Vorhabenträgers wurde auf eine „normale“ Änderung des Bebauungsplans 107 umgestellt.
    • März 2003: Die fortgeführte Änderung des Flächennutzungsplans ist am 30.03.2003 wirksam. Das Grundstück Taruper Hauptstraße 60 ist seitdem im Flächennutzungsplan für großflächigen Einzelhandel dargestellt.
    • November 2005: Ein von der Spar AG im Grundbuch für das Grundstück Taruper Hauptstraße 60 eingetragener Ausschluss von Einzelhandel (Schutz des Geschäftes Taruper Hauptstraße 25) verhinderte die Umsetzung der Planung. Wiederholte Gespräche hierzu führten zu keiner Änderung. Zur Beseitigung der seit Aufgabe des Kfz-Handels bestehenden großflächigen Brache im Dorfbereich wurde die Bauleitplanung eingestellt und von privater Seite schließlich die Wohnbebauung Weißer Hof entwickelt.
    • 2010 (nach FT vom 04.05.2010 und 23.02.2013): Es gab ein Interesse der REWE-Gruppe am Grundstück zwischen Taruper Hauptstraße und der Grundschule und entsprechende Überlegungen der Kirchengemeinde als Besitzerin des Grundstücks. Allerdings gab es im Folgenden kein Interesse der Kirchengemeinde an einem Verkauf des Grundstücks. An die Stadt wurde zu diesem Projekt keine offizielle Anfrage gerichtet.
    • In 2012 wurde der Bebauungsplan 236 (Gewerbegebiet Hochfeld) soweit geändert, dass klein- flächiger Einzelhandel dort möglich wurde. Daraufhin erfolgte jedoch keine Investition.
    • Ab 2014 begannen erste Überlegungen zur Planung des Stadtteilzentrums Hochfeld, die im Herbst 2015 konkretisiert wurden. Anfang 2017 wird der Plan öffentlich ausgelegt.
  2. Mit welchen Nahversorgungsunternehmen und betroffenen Grundbesitzern/Investoren wurden Verhandlungen geführt und was waren die Ergebnisse?
    Seit Bekanntwerden der Schließungspläne für den Markt Taruper Hauptstraße 25 wurde mit allen Handelsketten, die in Flensburg ansässig sind, gesprochen. Dies betrifft sowohl die klassischen Marktbetreiber wie Edeka, Co-Op u. a. sowie Discounter und Nischenanbieter (Bio). Projektentwickler anderer nicht in Flensburg vertretener Ketten wurden auf die Fläche und die Angebotslücke hingewiesen.
  3. Aus welchen Gründen haben potentielle Nahversorger im kleinflächigen Nahversorgungsangebot im Zentrum Tarups abgesagt?
    Meist bestand aufgrund der Flächengröße kein Interesse. In den anderen Fällen gab es nach näherer Prüfung der Umstände mit Grundstücksgröße, Anbindung, Kundenpotenzial, keine ernsthaften Investitionsplanungen. Diese Erfahrungen hat auch Herr Aye im Zusammenhang mit seiner Investitionsplanung gemacht. Es besteht auch weiterhin im Rahmen des geltenden Baurechtes die Möglichkeit der Ansiedlung eines Nahversorgers im Neubauvorhaben Taruper Hauptstraße 25.
  4. Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Forderung der Taruper Bürger (siehe beigefügte Unterschriftenaktion) erfüllt wird?
    • Für das Grundstück Taruper Hauptstraße 25 ist und bleibt Einzelhandelsnutzung planungs- rechtlich zulässig, sie kann also innerhalb Tarups umgesetzt werden. Die planerische Sicherstellung der wohnungsnahen Versorgung ist eine im Baugesetzbuch an verschiedenen Stellen verankerte Aufgabe der Bauleitplanung. Die Stadt (Politik und Verwaltung) kann aber nur den erforderlichen Rahmen schaffen. Die Stadt Flensburg kann das geforderte Nahversorgungszentrum auf dem Grundstück Taruper Hauptstraße 25 nicht selbst realisieren. Die tatsächliche Ansiedlung bzw. der Betrieb einer entsprechenden Einrichtung muss durch privatwirtschaftlich agierende Investoren bzw. Unternehmen erfolgen.
    • Es trifft nicht zu, dass das Einzelhandelskonzept der Stadt Flensburg die Ansiedlung eines Nahversorgers – d.h. ein Markt von weniger als ca. 800 m2 – verhindert. Die Ansiedlung von Nahversorgern ist nicht Gegenstand des Einzelhandelskonzeptes. Dieses befasst sich in erster Linie mit der erforderlichen Steuerung des großflächigen Einzelhandels und benennt die zentralen Versorgungsbereiche, wie es nach Baugesetzbuch bzw. Baunutzungsverordnung erforderlich ist. Die Ansiedlung von Einzelhandel zur Nahversorgung in Stadtteilen zur Deckung der Versorgungslücken ist zulässig (Nr. 6.6 Ansiedlungsregeln 2. Spiegelstrich, vgl. auch „Dezentrale Nahversorgungsbereiche“ auf Seite 11). Anders als für andere teilweise unterversorgte Bereiche im Stadtgebiet ist für Tarup zudem ausdrücklich im Fazit (Nr. 1 – Seite 3) und den Leitlinien (Nr. 6.2 Seite 17) die Etablierung einer Nahversorgung als sinnvoll und wünschenswert benannt worden.
  5. Welche nachweislichen Fakten verhindern eine Realisierung?
    • Grundstück zwischen Kirche und Ortslage, nördlich der Taruper Hauptstraße:
      • Für das Grundstück nördlich der Taruper Hauptstraße trifft zu, dass ein Vertreter der Kirche als Eigentümerin der Fläche die grundsätzliche Bereitschaft zur Flächenbereitstellung erklärt hat, ohne dass nach unserer Kenntnis der Kirchengemeinderat als zuständiges Gremium sich damit bisher befasst hat. Es wurde dabei aber auch klar herausgestellt, dass ein Markt sich aus städtebaulichen und ethischen Gründen deutlich vom Bereich Kirche / Friedhof abgrenzen muss. Auch der Umgebungsschutz der Kirche gemäß Denkmalschutzrecht ist zu beachten. Eine tief gestaffelte Lösung auf dem Grundstück entlang der westlichen Grundstücksgrenzen Zur Baumschule wird ebenfalls nicht gewünscht oder nur mit erheblichen aktiven Schallschutzmaßnahmen möglich sein. Die Entwicklung wäre daher allenfalls straßenseitig denkbar und in der nutzbaren Bewirtschaftungsfläche bestenfalls nur gering größer als am Standort Taruper Hauptstraße möglich. Eine Investition in diesen Standort durch die Privatwirtschaft ist nicht zu erwarten.
      • Das Grundstück ist entgegen der Darstellung im Flugblatt zur Unterschriftenaktion nicht als gemischte Baufläche im Flächennutzungsplan dargestellt. Die Darstellung geht auf den ebenfalls 1998 beschlossenen Landschaftsplan zurück. Der östliche Bereich wurde perspektivisch als Entwicklungsfläche für ein Altenheim gesehen und die Grünfläche im westlichen Teil als dem zugeordnete Ausgleichsfläche. Entsprechend ist die Fläche als Gemeinbedarfs- bzw. Grünfläche im Flächennutzungsplan (karminrot bzw. grün) ausgewiesen. Als gemischte Baufläche wäre die Fläche braun. Die mit „GB 2“ benannte Raute in beiden Flächen ist die aufeinander bezogene Darstellung aus dem Teil II des Landschaftsplans und mit dieser Bezeichnung einem Maßnahmenblatt zugeordnet und dort erläutert.
    • Grundstück zwischen Schule und Ortslage, südlich der Taruper Hauptstraße:
      • Für das Grundstück südlich der Taruper Hauptstraße, zwischen Grundschule und Ortslage liegen hinsichtlich der Entwicklung von Nahversorgung bei der Stadt derzeit keine Informationen vor, die über die Antwort auf Frage 1 hinausgehen.
      • Derzeit ist das Grundstück südlich der Taruper Hauptstraße laut Flächennutzungsplan als Grünfläche vorgesehen.
      • Sollte es dennoch eines Tages zu einer baulichen Entwicklung kommen, wäre es eher eine mögliche Fläche für eine zukünftig gegebenenfalls erforderliche Erweiterung der benachbarten Grundschule.

        Ausscnitt aus dem Flächennutzungsplan, Markierungen des Forum Tarup auf Flugblatt für die Unterschriftenaktion
    • Für beide Grundstücke gilt:
      • Das Einzelhandelskonzept sieht eine Entwicklung eines Marktes mit mehr als 800 m2 an dezentralen Standorten wie z.B. an der Taruper Hauptstraße nicht vor, lässt die Ansiedlung von kleineren Nahversorgungsstandorten aber ausdrücklich zu.
      • Da die Flächen als Außenbereich nach § 35 BauGB einzustufen ist, wäre zudem die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich.
  6. Welche Lösung wird für Tarup bis wann realisiert?
    • Die Bauleitplanung für das Stadtteilzentrum Hochfeld wird fortgesetzt und der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss vorbereitet. Die Schaffung von Planrecht wird für das Jahr 2017 angestrebt, so dass anschließend der Investor/Bauherr – vorbehaltlich Bauantrag und Baugenehmigung – mit dem Bau eines Einkaufsmarktes beginnen könnte. Dieses Zentrum deckt allerdings die fußläufige Versorgung Tarups nur bedingt ab.
    • Gleiches gilt für die unverändert beabsichtigte Erweiterung des Edeka-Standortes Adelbylund.
    • Hinsichtlich des Vorhabens Taruper Hauptstraße 25 besteht seitens des Investors unverändert die Bereitschaft einer Vermietung an einen Einzelhandelsbetrieb. Wie bisher werden seitens der Stadt alle Interessenten auf diesen Standort hingewiesen.

Zusammenfassung

  • Wie der Rückblick zeigt, wurde über mehr als zehn Jahre daran gearbeitet, eine Lösung im Ortskern von Tarup zu finden. Die Entwicklung von Alternativstandorten stellte sich jedoch als ebenso schwierig heraus wie das Finden eines Betreibers für die Taruper Hauptstr. 25. Erst nachdem sich über lange Zeit keine Lösung im Ortskern gefunden hat, wurde mit dem Stadtteilzentrum Hochfeld eine Alternative erarbeitet. Diese deckt auch den durch die Wohnbebauung entstehenden zusätzlichen Bedarf.
  • In der Gesamtbetrachtung ist eine allgemeine Entwicklung hin zu immer größeren Strukturen in der Nahversorgung seitens der Privatwirtschaft erkennbar. Dies führt nicht selten dazu, dass Grundstücke innerhalb eines Stadtteils als zu klein gelten und Märkte dort als nicht mehr profitabel betrachtet werden. Mit größeren Märkten geht allerdings eine weitere Entfernung zwischen den Standorten einher, weil diese einen größeren Einzugsbereich benötigen.
  • Unabhängig von der Ansiedlung eines Stadtteilzentrums am Standort Hochfeld bleibt es ein Ziel der Stadt, für den Ortsteil Tarup zusätzlich ein Grundversorgungsangebot im Bereich des Ortskerns zu ermöglichen.

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