Vorgärten

Der  Spaziergänger  durch Tarup kann sich  an den Anblick vieler Vorgärten erfreuen. Sie sind in der Regel gepflegt, ohne liniarisiert zu sein, denn bereits der große Philosoph Leibniz hatte den Satz geprägt „Die Natur springt nicht“. Auch  wird meistens auf Artenvielfalt Wert gelegt, d. h.  Rasen mit einem Alibibäumchen findet man selten. Aber leider gibt es auch negative Impressionen. Damit meine ich umgewandelte Vorgärten in Parkplätze oder „Steingärten“,  die als ästhetischen Höhepunkt mit Hilfe verschiedener Steine geometrische Muster bilden. Hier sucht man lebende Natur vergeblich. Es ist nur zu hoffen, dass diese negative Entwicklung nicht mehr, sondern weniger wird.




Schönheit und Distanz

An der Beek befindet sich ein kleines Überlaufbecken, dessen Ufer dicht bewachsen ist. Nur zwei oder drei kleine Pfade führen zu ihm hin, die ich aber zumindest zu dieser Jahreszeit nie mehr betreten werde. Warum nicht? Auf dem kleinen See haben sich nämlich Seerosen angesiedelt. Das erste Mal sah ich sie durch eine kleine Lichtung direkt vom Weg. Eingerahmt von grünen Bäumen und Büschen wirkten sie auf mich wie ein zauberhaftes Gemälde. Darauf betrat ich einen dieser kleinen Pfade, um sie mir von Nahem anzusehen. Natürlich waren sie immer noch hübsch, aber irgendwie hatten sie für mich ihre Faszination verloren. Ich denke, dass es für jedes Ding eine optimale Distanz der Wahrnehmung gibt, nicht zu nah, aber auch nicht zu weit. Und das gilt auch für Seerosen.




Paradies in Tarup

Um vom Weidenbogen zur Apotheke, zum Bäcker und  zum Grünschnabel an der Taruper Hauptstraße zu gelangen, benutze ich einen Schleichweg durch das Neubaugebiet gegenüber der Apotheke. Das ist für mich, für Fußgänger und Radfahrer eine große Erleichterung, die heute eine nicht erwartete Steigerung erhielt: Auf einem Grundstück stand ein junges Reh und sah mich regungslos mit seinen großen Augen an. Welch ein schöner Anblick. Auf dem Rückweg das Gleiche. Offensichtlich hatte es vor mir keine Angst. Plötzlich war in  Tarup für Tier und Mensch ein paradiesischer Zustand des Friedens entstanden. Warum kann das nicht immer so sein?




Stadtteilzentrum?

Ohne ein Zentrum ist eine Stadt keine Stadt, ein Stadtteil kein Stadtteil und ein  Dorf kein Dorf. Prosaisch gesagt, sie haben kein Herz. Das war auch die Situation in Tarup nach Schließung des Edekaladens. Nun habe ich die berechtigte Hoffnung, dass der  „Grünschnabel“ sich wegen seiner Lage und Größe zwar  nicht  zu einem „Vollherz“  entwickeln wird, aber doch Zentrumsfunktionen übernimmt. Was spricht für diesen Optimismus? Beim letzten Einkauf trafen wir  auf fünf Taruper Mitbewohner, die wir mehr oder weniger kennen. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich ein Gespräch mit Witz, aber auch mit Informationen. Das passiert nicht mehr so häufig in einer zunehmend anonymer werdenden Öffentlichkeit.  




An der Beek

Natur muss nicht immer beherrscht werden, sie zeigt ihre wahre Schönheit, wenn man sie so wachsen lässt, wie sie es will, also ihr Freiheit lässt. Das ist heute vielleicht ein ungewöhnlicher Gedanke, den ich aber  beweisen kann  – zumindest glaube ich es:  Gehen Sie mit offenen Augen, Ohren und Nase an unserer Beek spazieren. Die Anzahl der Pflanzen und  die Bäume in unterschiedlichsten Größen und Formen an ihrem Ufer bilden ein Gesamtkunstwerk mit überraschenden Durchblicken und  Geheimnissen. Auch ist die Uferbewachsung Heimat für viele Tiere und Quelle angenehmer Gerüche.  Tarup hat also viel zu bieten, aber man muss ihre Schönheit  schon suchen.




Carlo, mein Traumhahn

Ich hab in meinem Leben schon manchen Hahn krähen gehört, aber keinen, der so gekonnt  kräht wie Carlo aus Sünderup. Jetzt traf ich endlich auch seine Besitzer, und ich konnte meine Begeisterung für Carlo loswerden. Meine vorsichtige Frage, ob man Carlo nicht abkaufen, adoptieren oder zumindest im Urlaub übernehmen könnte, wurde mit freundlichem, aber entschlossenem Schweigen übergangen. Liebe ist eben unverkäuflich. Im Nachhinein bin ich mir auch gar nicht sicher, ob ich in meinem Wohnhaus  überhaupt Platz für Carlo gehabt hätte. Schön wäre es aber gewesen.“




Der Entenversteher aus Tarup

An der Beek in Tarup gibt es einen Garten, der offensichtlich von den Enten neben dem Überlaufbecken zu ihrer zweiten Heimat erkoren wurde. Das sieht man deutlich an einem breiten Trampelpfad, der über die Uferböschung direkt in den Garten führt, der jetzt von einem Fliederbusch verdeckt ist. Der Besitzer lässt seine Gäste ungestört reinwatscheln. Diese wiederum scheinen sich im Gegenzug durch äußerst vorsichtiges Verhalten zu revanchieren, denn von Enten-Vandalismus keine Spur.“